Wenn der Spardrang unserer eigenen Gesundheit an den Kragen geht – ein Essay

Viel Geld geben wir für verschiedene Konsum- und Luxusgüter aus. Wenn es jedoch um die eigene Gesundheit geht, knausern wir gerne herum wie Dagobert Duck und leiten die Sparmaßnahmen ein. Doch wäre es nicht gut, Geld in die Hand zu nehmen, um gesund zu bleiben, wenn wir es noch sind?

Ein gesunder Mensch hat 1.000 Wünsche. Das neue iPhone muss her: 1.200 Euro – kein Thema! Der teure Karibik-Urlaub ist gebucht, die nigelnagelneu Küche bestellt. Geht es jedoch um die eigene Gesundheit und um das eigene Wohlbefinden, werden Abstriche gemacht. Solange nichts zwickt, wofür soll ich dann Eintrittskarten für einen Gesundheitsvortrag oder für ein Seminar kaufen? Solange es mir gut geht, wozu soll ich dann ein Abo fürs Fitnessstudio abschließen? Solange ich gesund bin, wozu soll ich mich dann gesund ernähren?! Fastfood hat’s bis jetzt doch auch immer getan und kommt mir billiger. Viel zu oft denken wir erst dann um, wenn die eigene Gesundheit am seidenen Faden hängt, und die Uhr fünf vor zwölf anzeigt. Doch woran liegt das?

Wir betrachten Gesundheit als selbstverständlich

Ein Hauptgrund könnte sein, weil viele gesunde Menschen die eigene Gesundheit als Selbstverständlichkeit betrachten. Sie ist da. Und solange sie da ist, ist doch alles wunderbar. Tatsächlich ist aber Gesundheit unser größter Reichtum, mit dem wir sorgsam umgehen sollten. Erst im Angesicht von Krankheit und Leid verliert jeder Goldring am Finger, jeder Ohrring und jeder Konsumwunsch seinen Glanz. Dann zählt nur noch eines: wieder gesund zu werden. Wer jedoch zur Einsicht kommt, dass Vorbeugen besser ist als Heilen, ist nicht nur einen großen Schritt weiter als viele andere. Er erspart sich auch Kraft, Zeit und Mühen, das zu reparieren, was im Laufe der Zeit bei vielen anderen kaputtgegangen ist.

Kurzfristiges Vergnügen vs. langfristige Investition

Ein weiterer Hauptgrund könnte sein, weil wir den Unterschied zwischen Konsum und Investition nicht klar vor Augen haben. Wir verwechseln Konsum mit Investition. Konsum bringt uns zeitweilig ein gutes Gefühl wie z. B. Freude. Doch irgendwann verliert der gekaufte Gegenstand, die gekaufte Dienstleistung Charme und Wert. Eine Investition hingegen soll nachhaltig wirken. Sie soll auch noch später Früchte tragen, die wir gerne ernten können. Ein Beispiel. Eine gute Freundin lädt uns ein, zu einem Gesundheitsvortrag mitzugehen. Die Eintrittskarte kostet 39 Euro. Uns stellt es die Haare zu Berge, wenn wir nur an den Betrag denken. Was?! 39 Euro. Für einen Vortrag?! Wenn wir bei den 39 Euro an Konsum denken, hört es sich vielleicht teuer an. Was ist aber, wenn wir bei den 39 Euro an eine Investition denken? Eine Investition in sich und in die eigene Gesundheit ist doch die beste Investition überhaupt. Stellen wir uns vor, wie wir am Vortragsabend wertvolle Informationen erhalten, die der Referent über Jahre und Jahrzehnte gesammelt hat und nun mit uns teilt. Stellen wir uns vor, wie seine Impulse unser Leben wandeln können – nachhaltig. Stellen wir uns vor, wie uns der Sprecher wertvolle Übungen o. Ä. zeigt, die wir dann über die nächsten Jahre in unserem Leben anwenden können, damit es uns besser geht. Klingen dann die 39 Euro noch immer teuer, langfristig gesehen?

Den Wert in und an einer Sache erkennen

Und da wären wir schon bei einem weiteren wichtigen Punkt. Wenn wir den Wert einer Sache nicht erkennen, werden wir mit hoher Wahrscheinlichkeit für diese Sache kein Geld in die Hand nehmen. Erkennen wir den Wert, dann sind wir eher bereit, für dieses Produkt oder für diese Dienstleistung Geld auszugeben, denn wir wissen: Es kommt uns vielfach zurück. Es lohnt sich. Es ist für uns wertvoll.

Meine Gesundheit lasse ich mir etwas kosten

Mit diesem kurzen Beitrag möchten wir aufzeigen, dass wir nicht an falschen Stellen sparen sollten. Jeder ist für sich selbst verantwortlich, klar! Jeder soll  auch selbst entscheiden können, wofür er sein Geld ausgibt. Aber von einer Sache sind wir zutiefst überzeugt: Wer kein Geld für seine Gesundheit übrig hat, wird später viel Geld für seine Krankheiten brauchen. Die Frage stellt sich: Sollen Konsum- und Luxusprodukte auf unserer Prioritätenliste ganz oben stehen, oder unsere eigene Gesundheit und unser eigenes Wohlbefinden? Sparen wir unsere Gesundheit nicht zu Tode! Tun wir es uns zuliebe und knausern wir nicht, wenn es um uns geht und um das Wertvollste in unserem Leben: unsere Gesundheit. Öffnen wir uns für den Gedanken: Meine Gesundheit lasse ich mir gerne etwas kosten, weil ich mir bewusst bin, dass die Rendite darauf am höchsten ist.

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